Solid State Drives - Hybridfestplatten

Hybridfestplatten

Unter einem Solid State Drive versteht man jene Festplatten, die ohne mechanisch beweglicher Teile auskommen, also nicht so aufgebaut sind, wie eine herkömmliche Festplatte (Magnetscheiben, beweglicher Schreib-/Lesekopf usw.), sondern auf Basis von zum Beispiel Flash Technologie arbeiten.

Ein sehr geringer Energieverbrauch, ein geräuschloser Betrieb und die besonders hohe Robustheit von Solid State Drives heben sich natürlich vor der herkömmlichen Festplatte hervor. Es gibt jedoch nicht nur reine Flash Festplatten, sondern auch so genannte Hybridfestplatten, wo neben einer herkömmlichen Festplatte wie beispielsweise einer SATA Festplatte noch zusätzlich ein Flash Speicher integriert ist, der dort als Zwischenspeicher genutzt wird.

Eine Hybridfestplatte nutzt den eingebauten Flash Speicher als Zwischenablagerung. Dadurch können die dort gelagerten Daten auch knapp über eine Minute ohne Stromversorgung durch einen eigenen Kondensator erhalten bleiben. Nicht nur der Stromverbrauch sinkt dadurch, sondern auch die Übertragungsgeschwindigkeit. Der Sinn dieses Zwischenspeicherst ist natürlich primär, dass gewisse Daten einfach schneller vom Flash Speicher gelesen werden können, als direkt von der Festplatte. Es werden gewisse Daten, auf die man oft zugreift und häufig nutzt, auf ihm gespeichert. Die eigentliche Festplatte wird im Endeffekt nur dort genutzt, wo man auf Dateien zugreifen will, mit denen man eher selten arbeitet.

Ein wirklicher Gewinn an Übertragungsgeschwindigkeit kann natürlich nur erzielt werden, wenn die zu übertragenden Daten die Größe des Flash Speichers nicht überschreiten. Wenn beispielsweise ein Speicher 2 Gigabyte hat, so nützt es wenig, 10 Gigabyte Daten hin und her zu schieben, da diese sowieso nicht auf dem Flash Speicher zwischengelagert werden können und ohnehin direkt von der Festplatte gelesen werden müssen. Bei kleinen Anwendungen, gerade im Bürobereich und anderen Gebieten dieser Art, sieht das natürlich schon anders aus, denn dort arbeitet man grundsätzlich mit kleineren Dateien (Dokumenten, Präsentationen usw.).

Die erste Hybridfestplatte (HDD - Hybrid Hard Disk), wurde 2007 von Samsung auf den Markt gebracht. Jedoch wird diese Technologie von den Notebook- und Computerherstellern kaum angenommen und in ihre Systeme integriert, denn der aktive Nutzen von Hybridfestplatten rechtfertigen nicht wirklich den höheren Preis. Dafür ist die Beschleunigung doch zu gering. Eine Lösung wäre der Einbau von mehr Flash Speicher in die Festplatten, was aber einen drastischen Anstieg der Kosten zur Folge hätte und bedeuten würde, dass das Preis / Leistungsverhältnis ebenso nicht mehr stimmen würde. Eine Unterstützung der Betriebssysteme ist ein weiteres Problem. Bisher hat nur Windows Vista einen aktiven Support für Hybridfestplatten integriert. Mit älteren Systemen kann man dieses Extra einfach nicht bzw. nur mangelhaft nutzen.

Es sieht wohl so aus, als ob diese Sparte von Festplatten wieder im Boden versinken wird und sich andere Arten und Technologien eher durchsetzen werden. Schließlich ist alles auch immer eine preisliche Frage und je weniger Nachfrage besteht, desto teurer sind die Produktionskosten und damit auch geringer der Gewinn. Vielleicht erfahren Hybridfestplatten nochmal einen Aufschwung, aber man kann wohl eher davon ausgehen, dass die reinen Flash Festplatten hier die Nase vorne behalten werden.